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Lohnerhöhungen
Die einzelnen Branchen erholen sich unterschiedlich schnell von der schweren Krise. Wo diese Erholung dank des Engagements der Mitarbeitenden bereits weit fortgeschritten ist, fordert der KV Schweiz substanzielle Lohnerhöhungen von bis zu 4 Prozent. In anderen Branchen ist hingegen im kommenden Jahr noch eine gewisse Zurückhaltung angesagt. Neben bescheidenen Lohnerhöhungen zur Erhaltung der Kaufkraft fordert der KV Schweiz dort aber verbindliche Zusicherungen zur Arbeitsplatzsicherheit.
2011 ist mit steigenden Lebenshaltungskosten zu rechnen – unter anderem wegen steigenden Krankenkassenprämien und den Preisen für den öffentlichen Verkehr, die nächstes Jahr markant erhöht werden. Ausserdem machen viele Branchen und Unternehmungen wieder resp. grössere Gewinne – sie müssen die Arbeitnehmenden am Produktivitätsfortschritt mitprofitieren lassen. Zudem gibt es in den heutigen Lohngefügen nach wie vor Ungleichheiten – dies aber auch bei beruflichen Aufstiegschancen oder bei der Unterstützung für berufliche Weiterbildung.
In den letzten Krisenjahren haben die Angestellten grosse Leistungsbereitschaft, Arbeitsmarktflexibilität und Lohnzurückhaltung bewiesen. Dagegen sind die Entschädigungen der oberen Kader und des Top-Managements vielerorts weiterhin – vor allem im Finanzsektor -überproportional angestiegen. Die künftige Wirtschaftsentwicklung wird wesentlich von der Kaufkraft und Konsumbereitschaft der inländischen Nachfrager beeinflusst. Nachdem gewisse Exportsegmente unter der zum Teil immer noch schwachen Weltwirtschaftslage sowie dem starken Schweizerfranken leiden, hat die Inlandnachfrage bisher standgehalten. Dem müssen die Unternehmen im eigenen Interesse in ihrer Lohnpolitik Rechnung tragen. Die Wertschätzung für die Angestellten kommt in einer Lohnpolitik zum Ausdruck, die alle Arbeitnehmenden am Aufschwung teilhaben lässt. Lohnerhöhungen stützen zudem die immer noch nicht ganz aus der Gefahrenzone herausgekommene Konsumnachfrage.
Die nachstehenden Lohnforderungen sind Richtwerte für kaufmännisch/betriebswirtschaftliche Angestellte und den Verkauf folgender Branchen: Banken und Versicherungen 3 – 4%; Telekommunikation/IT und Gewerbe 2 – 3%; Pharma und Chemie 2,5 – 4 %; Detailhandel, Grosshandel, Luftverkehr, Öffentliche Verwaltung und Unternehmen des Bundes 1,5 – 2,5%; Bildungsinstitute, Gesundheit und Soziales 1,5 – 3%; Industrie 1 – 2,5%. Die Lohnforderungen berücksichtigen dabei den Ausgleich der Teuerung sowie die Rahmenbedingungen in den jeweiligen Bereichen, die sich auch in den Gehältern der kaufmännischen Angestellten niederschlagen. Grundsätzlich besteht in etlichen Branchen Nachholbedarf aufgrund des in den Vorjahren nicht oder nur teilweise gewährten Teuerungsausgleichs.
23.08.2010
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